Risgar Koshnaw, Oud
wurde in Schaqlawa, Erbil, dem irakischen Teil Kurdistans geboren. Bereits früh schrieb er sich in orientalischer Theorie und Laute (Oud) am Institut für irakische Melodie- Studien in Bagdad ein, welche er später mit ausgezeichnetem Erfolg abschloss. Daneben war er als Moderator, Musikjuror und Musikkritiker tätig, arbeitete beim irakischen Rundfunk und verfasste erste wissenschaftliche Artikel über kurdische Musik, insbesondere deren musikethnologische Aspekte. Er sammelte wertvolle kurdische Musikinstrumente und initiierte die Gründung des ersten Musik-Museums in Erbil im Rahmen einer internationalen Musiktagung.
Im Jahre 1981, nach dem Ausbruch des irakisch-iranischen Krieges weigerte er sich, als mittlerweile sehr bekannter Musiker und Komponist, Kriegslieder zu schreiben. Politische Konsequenzen waren die Folge und er musste das Land verlassen. Im Sommer desselben Jahres kam er nach Österreich und begann sein Kompositionsstudium bei Hermann Markus Pressl an der Kunstuniversität in Graz. 1991 wurde er zum Magister artium ernannt.
Seit 1988 ist Risgar Koshnaw österreichischer Staatsbürger und lebt als freischaffender Künstler in Graz. Als Komponist und Interpret produzierte er verschiedene Tonträger mit kurdischer Volksmusik und eigenen Kompositionen. Auch arbeitete er mehrmals mit freien Theatergruppen wie beispielsweise dem »TheatermeRZ« zusammen. Außerdem ist er seit 1995 als Musikpädagoge im Johannes von Gott Pflegezentrum der Barmherzigen Brüder in Kainbach tätig.
Sein Interesse gilt auch der Neuen Musik: so trat er wiederholt mit dem Klangforum Wien unter Sylvain Crambeling oder Johannes Kalitzke auf, zuletzt auch mit dem Ensemble Intercontemporain in Paris und Madrid oder dem Argento Chamber Ensemble im Rahmen des Moving Sounds Festival des österreichishen Kulturforums ACF in New York.
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